Veröffentlicht am Mai 15, 2024

Eine Solaranlage ist 2024 mehr als nur eine Sparmaßnahme; sie ist Ihre persönliche Unabhängigkeitserklärung vom Strommarkt.

  • Intelligente Speichersteuerung und eine verbrauchsoptimierte Ausrichtung sind oft rentabler als die maximale Süd-Produktion.
  • Trotz sinkender Modulpreise ist sofortiges Handeln durch entgangene Einsparungen und eine unsichere Förderlandschaft profitabler als Warten.

Empfehlung: Prüfen Sie Ihr individuelles Verbrauchsprofil als Basis für jede Dimensionierungs- und Investitionsentscheidung.

Steigende Strompreise und die wachsende Unsicherheit auf den Energiemärkten belasten immer mehr deutsche Haushalte. Viele Hausbesitzer sehen in der Photovoltaik eine Lösung, um ihre Stromrechnung zu senken und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Der gängige Ratschlag lautet oft, möglichst viele Solarmodule auf dem Dach zu installieren und auf die Einspeisevergütung zu hoffen. Dieser Ansatz greift jedoch heute zu kurz und lässt das wichtigste Potenzial ungenutzt: die strategische Kontrolle über die eigene Energie.

Die wahre Revolution für Hausbesitzer liegt nicht mehr allein in der Erzeugung von Solarstrom. Sie liegt in der Fähigkeit, diesen Strom intelligent zu speichern, zeitlich zu verschieben und genau dann zu nutzen, wenn er am wertvollsten ist – oder ihn sogar dann aus dem Netz zu beziehen, wenn die Preise negativ sind. Es geht um die zeitliche Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch, die Ihnen ein Höchstmaß an Autarkie und finanzieller Widerstandsfähigkeit gegenüber einem volatilen Strommarkt ermöglicht.

Dieser Leitfaden geht über die Grundlagen hinaus. Er zeigt Ihnen nicht nur, wie Sie eine Solaranlage installieren, sondern wie Sie zu einem aktiven Energiemanager werden. Wir analysieren die finanzielle Logik hinter der Investition, führen Sie durch die kritischen Planungsentscheidungen, decken die teuersten Fehler auf und beantworten die drängende Frage, ob Sie jetzt handeln oder besser noch warten sollten. Das Ziel ist klar: Ihre Stromkosten nicht nur zu senken, sondern Ihre Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die einzelnen Puzzleteile – von der Anlagengröße über die Finanzierung bis hin zum richtigen Installationszeitpunkt – zu einer kohärenten Strategie für Ihre persönliche Energiewende zusammensetzen. Lassen Sie uns die einzelnen Schritte auf dem Weg zu Ihrer Energieunabhängigkeit detailliert betrachten.

Warum 12.000 € Solarinvestition Ihnen über 20 Jahre 25.000 € Ersparnis bringt?

Die Entscheidung für eine Solaranlage ist vor allem eine finanzielle. Um die Rentabilität zu verstehen, muss man die Investition den langfristigen Ersparnissen gegenüberstellen. Bei den aktuellen Strompreisen in Deutschland, die oft über 42 Cent pro kWh liegen, wird jede selbst erzeugte und verbrauchte Kilowattstunde zu einer direkten Ersparnis. Doch das volle Potenzial entfaltet sich erst über die gesamte Lebensdauer der Anlage von 20 Jahren und mehr.

Betrachten wir ein realistisches Szenario für einen deutschen Haushalt: Eine vierköpfige Familie mit einem Jahresstromverbrauch von 5.000 kWh investiert in eine 10-kWp-Photovoltaikanlage mit einem 10-kWh-Speicher. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf rund 19.800 €. Mit dieser Konfiguration erreicht die Familie eine Unabhängigkeit vom Stromversorger von etwa 77 %. Bei einem angenommenen Strompreis von 32 Cent/kWh spart sie so jährlich 1.232 € an Stromkosten. Über einen Zeitraum von 20 Jahren summiert sich diese Ersparnis auf beeindruckende 24.640 €, wodurch die anfängliche Investition mehr als ausgeglichen wird.

Diese Rechnung ist sogar noch konservativ. Sie berücksichtigt keine zukünftigen Strompreissteigerungen, die die Ersparnis weiter erhöhen würden. Die Investition in eine PV-Anlage ist somit keine reine Ausgabe, sondern eine Investition in einen Sachwert, der eine kalkulierbare Rendite abwirft. Sie schaffen sich eine eigene kleine Energiequelle, die Sie vor den Preisschwankungen des Marktes schützt und Ihre finanzielle Resilienz nachhaltig stärkt. Die anfänglichen Kosten sind der Preis für zwei Jahrzehnte vorhersehbare und niedrige Energiekosten.

Wie Sie Ihre optimale PV-Anlage dimensionieren, finanzieren und installieren lassen?

Nachdem die finanzielle Attraktivität geklärt ist, beginnt die konkrete Planung. Die richtige Dimensionierung, eine solide Finanzierung und die Wahl eines qualifizierten Installateurs sind die drei Säulen für den Erfolg Ihres Solarprojekts. Die Größe Ihrer Anlage sollte sich primär an Ihrem Jahresstromverbrauch und Ihrem Verbrauchsprofil orientieren. Eine Faustregel besagt, dass pro 1.000 kWh Jahresverbrauch etwa 1 bis 1,5 kWp Anlagenleistung benötigt werden. Eine Überdimensionierung ist nur sinnvoll, wenn zukünftige Großverbraucher wie ein E-Auto oder eine Wärmepumpe geplant sind.

Für die Finanzierung müssen Sie nicht das gesamte Kapital selbst aufbringen. In Deutschland unterstützt die KfW-Bank mit dem Förderprogramm „Erneuerbare Energien – Standard (270)“ die Errichtung von Photovoltaikanlagen durch zinsgünstige Kredite. Diese können die finanzielle Hürde erheblich senken und die Amortisationszeit verkürzen. Prüfen Sie zudem regionale Förderprogramme Ihres Bundeslandes oder Ihrer Kommune, die oft zusätzliche Anreize bieten.

Professioneller Solartechniker bei der fachgerechten Installation einer PV-Anlage auf deutschem Hausdach

Die Auswahl des richtigen Fachbetriebs ist vielleicht der kritischste Schritt. Die Qualität der Installation entscheidet über die Sicherheit, Langlebigkeit und den Ertrag Ihrer Anlage. Verlassen Sie sich nicht nur auf den Preis, sondern prüfen Sie die Qualifikationen, Referenzen und Garantieleistungen des Anbieters. Ein seriöser Installateur wird Sie umfassend beraten, eine detaillierte Ertragsprognose erstellen und Sie bei der Netzanmeldung unterstützen.

Checkliste zur Auswahl des richtigen Solar-Fachbetriebs

  1. Qualifikationen prüfen: Achten Sie auf Meisterbetrieb-Status und offizielle Zertifizierungen (z.B. TÜV-geprüft).
  2. Referenzen einholen: Bitten Sie um die Besichtigung von Referenzanlagen in Ihrer Nähe und sprechen Sie mit den Besitzern.
  3. Detailliertes Angebot: Fordern Sie ein schriftliches Angebot an, das alle Komponenten (Module, Wechselrichter, Speicher, Montagesystem) und Arbeiten klar auflistet.
  4. Garantiebedingungen vergleichen: Klären Sie die Produkt- und Leistungsgarantien für alle Komponenten sowie die Gewährleistung auf die Montage.
  5. Erfahrung abfragen: Stellen Sie sicher, dass der Betrieb Erfahrung mit Ihrer spezifischen Dachart (z.B. Ziegel, Flachdach) hat.

PV mit 10 kWh Speicher oder ohne: Was lohnt sich bei welchem Verbrauchsprofil?

Die zentrale Frage für maximale Autarkie lautet: mit oder ohne Stromspeicher? Ein Speicher ist das Herzstück der zeitlichen Entkopplung – er speichert den tagsüber produzierten Solarstrom für den Verbrauch am Abend und in der Nacht. Ohne Speicher können Sie oft nur 20-30 % Ihres Solarstroms selbst nutzen; der Rest wird ins Netz eingespeist. Die Verbraucherzentrale bestätigt: Mit Speicher steigt die Eigenverbrauchsquote auf 70 bis 90 %. Dies macht Sie deutlich unabhängiger von externen Stromlieferanten und steigenden Preisen.

Ob und welche Speichergröße sich für Sie lohnt, hängt entscheidend von Ihrem individuellen Verbrauchsprofil ab. Eine Familie, die tagsüber im Home-Office arbeitet, hat einen anderen Strombedarf als ein Pendler-Paar, das hauptsächlich morgens und abends Energie benötigt. Die optimale Speichergröße ist jene, die Ihren nächtlichen Verbrauch abdecken kann, ohne überdimensioniert zu sein. Eine zu große Batterie erhöht die Investitionskosten unnötig und amortisiert sich langsamer.

Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie sich ein Speicher auf den Eigenverbrauch verschiedener Haushaltstypen auswirkt und gibt eine Orientierung für die empfohlene Speichergröße.

Vergleich: Eigenverbrauchsquote und Speicherempfehlung nach Haushaltsprofil
Haushaltsprofil Tagesverbrauch Eigenverbrauch ohne Speicher Eigenverbrauch mit 10 kWh Speicher Empfohlene Speichergröße
Home-Office-Familie Hoch tagsüber 40% 75% 5-8 kWh
Pendler-Paar Morgens/Abends 25% 60% 8-12 kWh
Rentner mit E-Auto Flexibel 35% 80% 10-15 kWh

Die Entscheidung für einen Speicher ist also eine Abwägung zwischen höheren Anfangsinvestitionen und dem maximalen Grad an Autarkie und langfristiger Ersparnis. Für die meisten Haushalte in Deutschland, die ihre Unabhängigkeit maximieren wollen, ist ein richtig dimensionierter Speicher heute ein unverzichtbarer Bestandteil einer modernen PV-Anlage. Er verwandelt Ihre Anlage von einem reinen Stromerzeuger in ein intelligentes Energiemanagementsystem.

Warum falsche Ausrichtung und Überdimensionierung Ihre Solar-Ersparnis halbiert?

Die maximale Rendite einer Solaranlage hängt nicht nur von der Größe ab, sondern entscheidend von der intelligenten Planung. Zwei der teuersten Fehler sind die unreflektierte Ausrichtung der Module und die Teilverschattung. Die alte Weisheit, dass eine reine Südausrichtung immer die beste ist, gilt heute nur noch bedingt. Zwar erzeugt ein Süddach über den Tag die höchste Gesamtmenge an Strom, dieser fällt aber hauptsächlich in der Mittagszeit an – oft genau dann, wenn der Stromverbrauch im Haushalt am niedrigsten ist.

Moderne Konzepte setzen daher immer häufiger auf eine verbrauchsgesteuerte Ausrichtung, insbesondere die Ost-West-Ausrichtung. Hierbei werden Module auf beiden Dachhälften installiert. Die Ostanlage produziert Strom am Morgen, wenn die Familie aufsteht und zur Arbeit geht, während die Westanlage den Strom für den späten Nachmittag und Abend liefert. Dies verteilt die Stromproduktion gleichmäßiger über den Tag und erhöht den Eigenverbrauchsanteil erheblich, selbst ohne großen Speicher. Eine Studie des Fraunhofer ISE zeigt, dass dieser Trend an Bedeutung gewinnt: Im Jahr 2023 hatten bereits 9% aller neuen Anlagen in Deutschland eine solche Ost-West-Ausrichtung.

Solarmodule in Ost-West-Ausrichtung auf deutschem Satteldach für optimale Tagesverteilung

Ein weiterer Ertragskiller ist die Teilverschattung. Schon der Schatten eines Kamins, eines Baumes oder einer Satellitenschüssel auf nur einem einzigen Modul kann die Leistung eines ganzen Strangs von Modulen drastisch reduzieren. Hier ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Moderne Leistungsoptimierer oder Mikro-Wechselrichter können dieses Problem lösen, da sie jedes Modul einzeln steuern und so den Ertragsverlust minimieren. Eine unbedachte Planung ohne Berücksichtigung des Schattenwurfs im Tages- und Jahresverlauf kann Ihre erwartete Ersparnis leicht halbieren.

Wann Solar installieren: Jetzt bei hohen Strompreisen oder warten auf billigere Technik?

Viele Hausbesitzer zögern mit der Investition in der Hoffnung, dass die Technologie in Zukunft noch günstiger wird. Diese Überlegung ist verständlich, doch sie lässt einen entscheidenden Faktor außer Acht: die Opportunitätskosten des Wartens. Jeder Tag ohne eigene Solaranlage ist ein Tag, an dem Sie teuren Strom aus dem Netz beziehen, den Sie hätten selbst produzieren können. Bei den aktuellen Strompreisen summieren sich diese „entgangenen Einsparungen“ schnell auf mehrere tausend Euro.

Gleichzeitig wird der Strommarkt immer volatiler. Das Phänomen negativer Strompreise, bei denen Großabnehmer für die Abnahme von Strom bezahlt werden, nimmt zu. Eine Analyse zeigt: Es gab bereits 457 Stunden mit negativen Strompreisen in 2024. Für Besitzer von Heimspeichern eröffnet dies die strategische Möglichkeit des Energie-Arbitrage: den Speicher mit extrem günstigem oder sogar kostenlosem Netzstrom laden und diesen später nutzen. Diese Option entgeht jedem, der auf eine eigene Anlage verzichtet.

Die folgende Gegenüberstellung verdeutlicht, wie das Warten Ihre finanzielle Bilanz beeinflusst, selbst wenn die Anlagenpreise leicht sinken sollten.

Kosten-Nutzen-Analyse: Sofortige Installation vs. Abwarten
Szenario Stromkosten 2025 Stromkosten 2030 (Prognose) Entgangene Ersparnis bei Warten Einspeisevergütung 2025
Sofort installieren 38 ct/kWh 58,5 ct/kWh 0 € 7,86 ct/kWh
2 Jahre warten 38 ct/kWh 58,5 ct/kWh ~2.400 € Ungewiss (tendenziell niedriger)
5 Jahre warten 38 ct/kWh 58,5 ct/kWh ~6.000 € Möglicherweise keine feste Vergütung

Zudem sinkt die staatlich garantierte Einspeisevergütung für neu installierte Anlagen kontinuierlich. Wer jetzt installiert, sichert sich die aktuellen Konditionen für die nächsten 20 Jahre. Die Rechnung ist meist eindeutig: Der finanzielle Vorteil durch sofortige Einsparungen und gesicherte Förderbedingungen überwiegt in der Regel die potenzielle, aber unsichere Preissenkung der Hardware in der Zukunft.

Wie Sie in 12 Wochen die 8 High-Impact-Handlungen etablieren, die 80% bewirken?

Eine Solaranlage mit Speicher ist ein leistungsstarkes Werkzeug, doch ihre Effektivität wird durch Ihr Verhalten als Nutzer potenziert. Die technologische Unabhängigkeit muss Hand in Hand gehen mit einem bewussten Umgang mit Energie. Es geht nicht um Verzicht, sondern um die clevere Verschiebung von Verbrauch. Die Etablierung einiger Schlüsselgewohnheiten kann die Leistung Ihres Systems maximieren und die letzten 20% zur vollen Autarkie erschließen. Betrachten Sie die folgenden acht Handlungen als ein 12-Wochen-Programm, um Ihre Energie-Intelligenz zu schärfen.

Die 80/20-Regel gilt auch hier: Wenige, aber gezielte Verhaltensänderungen haben den größten Hebel. Dazu gehören:

  • Verbrauch in die Sonnenstunden legen: Gewöhnen Sie sich an, energieintensive Geräte wie Waschmaschine, Trockner oder Spülmaschine bevorzugt zur Mittagszeit laufen zu lassen, wenn Ihre Anlage den meisten Strom produziert.
  • Intelligente Gerätesteuerung nutzen: Viele moderne Haushaltsgeräte verfügen über eine Startzeitvorwahl. Nutzen Sie diese, um den Betrieb automatisch in die sonnenreichen Stunden zu verlagern.
  • E-Auto als „Sonnenspeicher“ nutzen: Laden Sie Ihr Elektroauto primär mit überschüssigem Solarstrom. Dies ist die mit Abstand günstigste und ökologischste Art der Fortbewegung.
  • Standby-Verbrauch eliminieren: Schalten Sie Geräte komplett aus, anstatt sie im Standby-Modus zu belassen. Schaltbare Steckdosenleisten helfen dabei, ganze Gerätegruppen mit einem Klick vom Netz zu trennen.

Weitere wichtige Handlungen sind das regelmäßige Monitoring Ihres Energieflusses über die zugehörige App, um Muster zu erkennen, die Anpassung der Warmwasserbereitung an die Solarproduktion, die Optimierung von Heizungs- und Kühlzyklen sowie die saisonale Anpassung Ihres Verbrauchs. Indem Sie diese Verhaltensweisen über drei Monate bewusst trainieren, werden sie zur zweiten Natur. Sie lernen, wie ein Energiemanager zu denken und Ihr System proaktiv zu steuern, anstatt nur passiv zu verbrauchen. So wird Ihre Solaranlage von einer reinen Sparmaßnahme zu einem integralen Bestandteil eines autonomen Lebensstils.

Wie Sie mit 5.000 € ein ausgewogenes Startportfolio in 4 Wochen aufbauen?

Die Investition in eine Photovoltaikanlage ist mehr als nur eine technische Anschaffung – sie ist der Grundstein eines neuen, persönlichen Finanzportfolios, das auf Sicherheit, Rendite und Nachhaltigkeit basiert. Die Frage ist nicht, ob Sie 5.000 € in Aktien oder eine Solaranlage investieren sollen. Die richtige Perspektive ist: Die Solaranlage schafft die finanzielle Basis, die es Ihnen erst ermöglicht, weitere Investitionen zu tätigen. Sie ist der sicherste und berechenbarste Teil Ihres Portfolios.

Denken Sie an die Beispielrechnung aus dem ersten Abschnitt: Eine Anlage kann über 20 Jahre eine Ersparnis von über 25.000 € generieren. Das entspricht einer durchschnittlichen „Dividende“ von 1.250 € pro Jahr. Dieses Geld, das Sie nicht mehr an den Stromkonzern zahlen, steht Ihnen zur freien Verfügung. Ein Teil davon kann nun in ein diversifiziertes Startportfolio fließen. Die genannten 5.000 € sind in diesem Kontext nicht die Anfangsinvestition, sondern das Kapital, das Ihre Solaranlage über die ersten vier Jahre an Ersparnissen für Sie „erwirtschaftet“ hat.

So bauen Sie Ihr Portfolio in 4 Wochen auf, nachdem die Entscheidung für Solar gefallen ist:

  1. Woche 1: Fundament legen. Schließen Sie die Finanzierung Ihrer PV-Anlage ab. Dies ist Ihr „sicherer Hafen“ im Portfolio mit einer kalkulierbaren Rendite von oft über 5 % (durch eingesparte Stromkosten).
  2. Woche 2: Liquidität planen. Eröffnen Sie ein separates Konto, auf das Sie monatlich die eingesparten Stromkosten (z.B. 100-150 €) überweisen. Dies ist Ihr zukünftiges Investitionskapital.
  3. Woche 3: Diversifikation starten. Beginnen Sie mit einem Teil des frei gewordenen Kapitals einen Sparplan auf einen breit gestreuten, globalen ETF (z.B. MSCI World). Dies sorgt für Risikostreuung.
  4. Woche 4: Strategie verfeinern. Beobachten Sie Ihre Energie- und Finanzflüsse. Die Gewissheit einer stabilen, niedrigen Stromrechnung gibt Ihnen die Sicherheit, an den Kapitalmärkten langfristig und diszipliniert zu agieren.

Ihre Solaranlage ist somit kein Konkurrent zu anderen Anlageformen, sondern deren Wegbereiter. Sie reduziert Ihre monatlichen Fixkosten, schafft berechenbare Überschüsse und gibt Ihnen die finanzielle und mentale Freiheit, ein Vermögen aufzubauen. Sie ist die sicherste Investition in Ihre eigene wirtschaftliche Zukunft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Strategie vor Größe: Die intelligente Steuerung Ihres Speichers ist entscheidender für die Autarkie als die reine kWp-Leistung Ihrer Anlage.
  • Verbrauchsorientiert planen: Eine Ost-West-Ausrichtung kann für Berufstätige profitabler sein als eine reine Südausrichtung, da sie den Strom dann erzeugt, wenn er verbraucht wird.
  • Warten kostet Geld: Die sofortige Einsparung bei hohen Strompreisen überwiegt in den meisten Fällen die potenzielle zukünftige Preissenkung der Technologie.

Wie Sie in Ihrem Garten oder auf dem Balkon Lebensraum für 15+ Arten schaffen

Die Entscheidung für Solarenergie ist oft Teil einer größeren Vision: ein nachhaltigerer und bewussterer Lebensstil. Diese Haltung endet nicht an der Haustür, sondern erstreckt sich auf den gesamten Lebensraum, einschließlich des Gartens oder Balkons. Die Energieautarkie vom Dach und die Förderung der Artenvielfalt am Boden sind zwei Seiten derselben Medaille – beide tragen zur Resilienz unseres Ökosystems bei. Die gute Nachricht ist, dass sich diese beiden Ziele hervorragend ergänzen können.

Eine der innovativsten Möglichkeiten ist die Kombination von Photovoltaik und Dachbegrünung, ein sogenanntes „Solar-Gründach“. Die Vegetationsschicht unter den Modulen kühlt die Umgebungstemperatur im Sommer. Dies hat einen doppelten Vorteil: Die Solarmodule arbeiten bei kühleren Temperaturen effizienter und steigern so ihren Ertrag, während das Gründach selbst zu einem wertvollen Lebensraum für Insekten, Bienen und andere Kleintiere wird. Es speichert Regenwasser, filtert Staub aus der Luft und verbessert das Mikroklima.

Doch auch ohne Gründach können Sie die durch Ihre Solaranlage gewonnene Energie und das gestärkte ökologische Bewusstsein nutzen, um Ihren Garten in eine Oase für die heimische Tierwelt zu verwandeln. Hier sind einige einfache Schritte, um Lebensraum für mehr als 15 Arten zu schaffen:

  • Heimische Wildpflanzen setzen: Pflanzen Sie Stauden, Sträucher und Blumen, die in Ihrer Region heimisch sind. Sie bieten Nahrung und Nistplätze für unzählige Insektenarten wie Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen.
  • Totholz und Steinhaufen anlegen: Eine „wilde Ecke“ mit alten Ästen, Laub und Steinen ist ein Paradies für Igel, Eidechsen, Käfer und Spinnen.
  • Wasserstelle anbieten: Eine flache Schale mit Wasser dient Vögeln, Bienen und anderen Tieren als Tränke und Bademöglichkeit.
  • Auf Pestizide verzichten: Der konsequente Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel schützt das Bodenleben und die gesamte Nahrungskette.

Ihre saubere Energie vom Dach kann eine solarbetriebene Teichpumpe antreiben oder die Beleuchtung für einen Nistkasten-Monitor speisen. Indem Sie Ihre Energieunabhängigkeit mit aktiver Naturförderung verbinden, schaffen Sie ein geschlossenes System, in dem Technologie und Natur nicht im Widerspruch stehen, sondern sich gegenseitig unterstützen. Sie werden nicht nur zum Energiemanager, sondern auch zum Hüter der Artenvielfalt direkt vor Ihrer Haustür.

Der Weg zur Energieautarkie ist eine strategische Entscheidung, die weit über technische Daten hinausgeht. Es ist eine Investition in Ihre finanzielle Sicherheit, Ihre Unabhängigkeit und in eine lebenswerte Zukunft. Beginnen Sie noch heute mit der Planung und machen Sie den ersten Schritt: Holen Sie maßgeschneiderte Angebote von qualifizierten Fachbetrieben ein, um Ihr persönliches Einsparpotenzial zu ermitteln.

Geschrieben von Lars Becker, Dr. Lars Becker ist promovierter Soziologe und Nachhaltigkeitswissenschaftler mit 12 Jahren Forschungs- und Beratungserfahrung an der Schnittstelle von gesellschaftlichem Wandel, Bürgerbeteiligung und ökologischer Transformation. Er hat an der Freien Universität Berlin zu sozialen Bewegungen geforscht, arbeitet als Senior Researcher bei einem Think Tank für sozial-ökologische Transformation und berät NGOs sowie Kommunen bei der Entwicklung partizipativer Nachhaltigkeitsprojekte.