
Die Jagd nach 6 % Bruttorendite führt oft in die Irre; echter Erfolg beim Immobilieninvestment liegt in der Maximierung des stabilen Netto-Cashflows.
- Wohnimmobilien sind in Krisen stabiler, da Wohnen ein Grundbedürfnis ist, im Gegensatz zu vielen Gewerbeflächen.
- Nicht umlagefähige Kosten (Verwaltung, Instandhaltung) können eine theoretische Rendite von 6 % auf reale 3,5 % reduzieren.
Empfehlung: Konzentrieren Sie sich auf die Cashflow-Stabilität in B-Lagen und eine präzise Kalkulation aller Kosten, anstatt auf unrealistische Renditeversprechen in A-Lagen zu setzen.
Der Traum von 800 € bis 1.200 € passivem Einkommen pro Monat durch Immobilien ist für viele Investoren in Deutschland das ultimative Ziel. Es verspricht finanzielle Freiheit, Sicherheit im Alter und einen Vermögenswert, der über Generationen Bestand hat. Die üblichen Ratschläge sind schnell zur Hand: „Lage, Lage, Lage“, „Kaufe günstig“ oder „Nutze den Hebeleffekt“. Diese Mantras sind zwar nicht falsch, kratzen aber nur an der Oberfläche und verschleiern die wichtigste Wahrheit des erfolgreichen Immobilieninvestments.
Die Realität ist, dass viele Anleger sich von hohen Bruttorenditen blenden lassen und dabei die entscheidenden Faktoren übersehen, die am Ende über Gewinn oder Verlust entscheiden. Sie jagen einer theoretischen Zahl hinterher und erleben ein böses Erwachen, wenn die tatsächlichen Einnahmen auf dem Konto deutlich geringer ausfallen. Der Unterschied zwischen einem erfolgreichen Immobilieninvestor und einem, der nur seine Zeit und sein Kapital bindet, liegt nicht im Kauf der glamourösesten Immobilie, sondern in der meisterhaften Kontrolle der unsichtbaren Variablen.
Aber was, wenn der Schlüssel nicht darin liegt, die höchstmögliche Rendite zu finden, sondern darin, die stabilste und sicherste Rendite zu garantieren? Dieser Artikel bricht mit den oberflächlichen Ratschlägen. Wir werden uns auf eine cashflow-fokussierte Strategie konzentrieren, die auf Stabilität und Langfristigkeit ausgelegt ist. Wir zeigen Ihnen, warum Wohnimmobilien krisenfester sind, wie Sie die Objekte finden, die tatsächlich eine hohe Vermietungsquote liefern, und vor allem, wie Sie die „Rendite-Falle“ der vergessenen Kosten umgehen. So bauen Sie ein passives Einkommen auf, das nicht nur auf dem Papier existiert, sondern Monat für Monat verlässlich auf Ihrem Konto eingeht.
Dieser Leitfaden führt Sie systematisch durch die wesentlichen Aspekte, die für den Aufbau eines nachhaltigen passiven Einkommens aus Wohnimmobilien entscheidend sind. Das Inhaltsverzeichnis gibt Ihnen einen Überblick über die strategischen Schritte.
Inhaltsverzeichnis: Ihr Weg zu stabilen Mieteinnahmen aus Immobilien
- Warum Wohnimmobilien in 95% der Krisen weniger verlieren als Gewerbe?
- Wie Sie in 6 Wochen die Wohnung finden, die 5% Rendite bei 95% Vermietungsquote bringt?
- Altbau-Charme oder Neubau-Effizienz: Was vermietet sich schneller und stabiler?
- Warum Ihre kalkulierte 6% Rendite real nur 3,5% wird: Die vergessenen Kosten
- Wann Wohnimmobilie kaufen: Bei niedrigen Zinsen oder niedrigen Preisen?
- Wie Sie einen automatischen Sparplan einrichten, der ohne Willenskraft 500 € monatlich investiert?
- Wie Sie Ihr Vermögen auf 4 Assetklassen verteilen, die Inflation standhalten?
- Wie Sie mit Gewerbeimmobilien 7-10% Rendite bei langfristigen Verträgen erzielen
Warum Wohnimmobilien in 95% der Krisen weniger verlieren als Gewerbe?
Der fundamentale Grund für die überlegene Krisenresilienz von Wohnimmobilien ist simpel: Wohnen ist ein nicht verhandelbares Grundbedürfnis. Während Unternehmen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten Büroflächen reduzieren oder Einzelhändler ihre Geschäfte schließen, benötigen Menschen immer ein Dach über dem Kopf. Diese konstante Nachfrage sorgt für eine außergewöhnliche Stabilität der Mieteinnahmen und schützt den Wert der Immobilie. Gewerbeimmobilien sind hingegen direkt an die Konjunktur gekoppelt. Ein Abschwung führt schnell zu Leerstand und sinkenden Mieten, was den Cashflow des Investors unmittelbar gefährdet.
Ein anschauliches Beispiel für diese Stabilität liefert der Leipziger Wohnungsmarkt. Trotz der globalen Unsicherheiten während der COVID-19-Pandemie zeigte sich hier eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Eine Analyse von BNP Paribas Real Estate belegt, dass in Leipzig die Bestandsmieten allein im Jahr 2022 um 10 % auf über 8 €/m² anstiegen, während der Leerstand weiter sank. Dies ist ein klarer Beweis dafür, dass die Nachfrage nach Wohnraum selbst in globalen Krisen stark bleibt. Dieser Trend wird durch Langzeitdaten untermauert: Laut empirica-Daten sank die Leerstandsquote in Leipzig zwischen 2012 und 2022 um beeindruckende 81 %.
Zusätzlich profitieren Vermieter von Wohnraum in Deutschland von einem starken rechtlichen Rahmen. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) bietet einen umfassenden Kündigungsschutz für Mieter, was zu langfristigen und stabilen Mietverhältnissen führt. Dies reduziert die Fluktuation und das Risiko von Mietausfällen erheblich. Für einen Investor, dessen Ziel ein verlässlicher monatlicher Cashflow ist, ist diese gesetzlich verankerte Stabilität ein unschätzbarer Vorteil gegenüber den oft kürzeren und unsichereren Vertragslaufzeiten im Gewerbesektor. Die Konzentration auf Wohnimmobilien ist somit kein Zufall, sondern eine strategische Entscheidung für Sicherheit und Planbarkeit.
Wie Sie in 6 Wochen die Wohnung finden, die 5% Rendite bei 95% Vermietungsquote bringt?
Die Suche nach der idealen Kapitalanlage-Wohnung gleicht oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Der Schlüssel liegt in einer systematischen Herangehensweise, die sich von den überhitzten A-Lagen abwendet und das Potenzial von B-Lagen erkennt. Städte wie Leipzig, Dresden oder Nürnberg bieten oft eine deutlich attraktivere Balance aus moderaten Kaufpreisen und soliden Mieteinnahmen, was zu einer höheren Anfangsrendite führt. Während in München (A-Lage) Renditen von 2-3 % die Norm sind, sind in Leipzig (B-Lage) 4-6 % realistisch erreichbar.
Eine hohe Rendite auf dem Papier ist jedoch wertlos ohne eine hohe Vermietungsquote. Der entscheidende Indikator hierfür ist der marktaktive Leerstand – also der Anteil an Wohnungen, die tatsächlich sofort vermietbar sind. Eine Quote von unter 3 % signalisiert einen angespannten Markt und eine hohe Nachfrage, was schnelle Wiedervermietung und stabile Mieteinnahmen verspricht. In Leipzig beispielsweise fiel die marktaktive Leerstandsquote zwischen 2014 und 2019 von 6,7 % auf nur noch 2,2 %, was den idealen Zeitpunkt für ein Investment markierte.
Um eine solche Immobilie gezielt zu finden, müssen Sie Ihre Suche auf die richtigen Kennzahlen konzentrieren. Vergleichen Sie den Kaufpreisfaktor (Kaufpreis geteilt durch Jahreskaltmiete) verschiedener Lagen. Ein niedrigerer Faktor bedeutet eine schnellere Amortisation Ihrer Investition. Der folgende Vergleich zeigt die typischen Unterschiede zwischen deutschen Stadt-Kategorien.
| Stadt-Kategorie | Leerstand | Erwartete Rendite | Kaufpreisfaktor |
|---|---|---|---|
| A-Lage München | 0,1% | 2-3% | 35-40 |
| B-Lage Leipzig | 1,6% | 4-6% | 20-25 |
| C-Lage Ost | 5-8% | 6-9% | 12-18 |
Die Tabelle zeigt klar: B-Lagen bieten den „Sweet Spot“ aus hoher Nachfrage (niedriger Leerstand) und einem vernünftigen Kaufpreisfaktor, was die Grundlage für eine stabile 5%-Rendite legt. Nutzen Sie Online-Immobilienportale mit Filtern für Rendite und Lage, analysieren Sie lokale Mietspiegel und setzen Sie sich klare Kriterien. Mit dieser fokussierten Strategie ist es absolut realistisch, innerhalb von sechs Wochen ein passendes Objekt zu identifizieren.
Altbau-Charme oder Neubau-Effizienz: Was vermietet sich schneller und stabiler?
Die Entscheidung zwischen Altbau und Neubau ist eine der zentralen strategischen Weichenstellungen für Immobilieninvestoren. Beide Kategorien haben spezifische Vor- und Nachteile, die sich direkt auf die Vermietbarkeit und die langfristige Rendite auswirken. Ein charmanter Altbau in zentraler Lage zieht oft Zielgruppen wie Studenten und junge Berufstätige an, die das Flair und die kurzen Wege schätzen. Die Mieten sind oft etwas niedriger, aber die Nachfrage in den richtigen Vierteln ist konstant hoch.
Der Neubau punktet hingegen mit Energieeffizienz und geringen Instandhaltungskosten. Moderne Grundrisse, Balkone und eine hochwertige Ausstattung sprechen vor allem Familien und anspruchsvollere Mieter an. Die Einhaltung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und die Möglichkeit von KfW-Förderungen sind starke Argumente. Allerdings schlagen sich diese Vorteile in einem höheren Kaufpreis nieder. Laut Statistischem Bundesamt zeigen aktuelle Daten einen kontinuierlichen Anstieg der Baupreise, was Neubauten verteuert. Der Durchschnittspreis liegt oft deutlich über 4.000 €/m², was die Anfangsrendite schmälern kann.
Ein oft unterschätzter Faktor sind die steuerlichen Unterschiede. Während für Neubauten eine lineare Abschreibung (AfA) von meist 3 % pro Jahr gilt, können sanierte Altbauten, die unter Denkmalschutz stehen, von der äußerst attraktiven Denkmal-AfA (§ 7i EStG) profitieren. Hier können die Sanierungskosten über 12 Jahre vollständig abgeschrieben werden, was zu einer erheblichen Steuerersparnis und somit zu einem höheren Netto-Cashflow führt. Die Wahl hängt also stark von Ihrer persönlichen finanziellen Situation und Ihrer Anlagestrategie ab.
Ihre Audit-Checkliste: Altbau oder Neubau?
- Preisanalyse: Vergleichen Sie den Quadratmeterpreis des Objekts mit dem lokalen Durchschnitt für Alt- und Neubauten. Berücksichtigen Sie die gestiegenen Baukosten für Neubauten.
- Steuervorteile prüfen: Lassen Sie das Potenzial der Denkmal-AfA (§ 7i EStG) für einen Altbau von einem Steuerberater gegen die lineare Neubau-AfA abwägen.
- Energieeffizienz bewerten: Prüfen Sie den Energieausweis. Kalkulieren Sie bei einem Altbau mögliche Sanierungskosten zur Einhaltung des GEG ein. Bei Neubauten das Potenzial für KfW-Förderungen nutzen.
- Zielgruppenanalyse: Analysieren Sie die Mikro-Lage. Passt das Objekt (zentraler Altbau vs. familiengerechter Neubau am Stadtrand) zur lokalen Nachfrage?
- Instandhaltungsrücklage kalkulieren: Wenden Sie die Peterssche Formel an, um die langfristigen Instandhaltungskosten realistisch einzuschätzen. Planen Sie für einen Altbau eine höhere Rücklage ein.
Warum Ihre kalkulierte 6% Rendite real nur 3,5% wird: Die vergessenen Kosten
Dies ist der Punkt, an dem die meisten unerfahrenen Investoren scheitern. Sie berechnen die Bruttomietrendite (Jahreskaltmiete / Kaufpreis), sehen eine attraktive Zahl wie 6 % und schlagen zu. Doch die Realität ist die Nettorendite, und diese wird durch eine Reihe von Kostenpunkten erheblich geschmälert. Der größte Fehler ist die Annahme, dass alle Kosten auf den Mieter umgelegt werden können. Das ist falsch. Es gibt eine signifikante Liste von nicht umlagefähigen Kosten, die direkt Ihren Gewinn schmälern.
Zu diesen oft vergessenen Kosten gehören vor allem die Hausverwaltung, die Instandhaltungsrücklage und das Mietausfallwagnis. Eine professionelle Hausverwaltung kostet pro Einheit schnell 250-350 € pro Jahr, ist aber für ein passives Investment unerlässlich. Die Instandhaltungsrücklage ist kein „Kann“, sondern ein „Muss“. Die Peterssche Formel (Baukosten pro m² x 1,5 / 80 Jahre) ist hier ein guter Richtwert. Bei einer 80m²-Wohnung mit angenommenen Baukosten von 2.000 €/m² wären das bereits 3.000 € pro Jahr. Das Mietausfallwagnis, eine kalkulatorische Reserve für Leerstand oder zahlungsunfähige Mieter, sollte mit 2-4 % der Jahreskaltmiete angesetzt werden.
Diese Kosten summieren sich schnell und können Ihre Rendite halbieren. Eine Bruttorendite von 6 % kann sich so leicht in eine Nettorendite von nur 3,5 % verwandeln. Die folgende Tabelle verdeutlicht die häufigsten „Rendite-Killer“, die Sie in Ihrer Kalkulation unbedingt berücksichtigen müssen.
| Kostenart | Höhe pro Jahr | Umlagefähig? | Oft vergessen? |
|---|---|---|---|
| Hausverwaltung | 250-350€/Einheit | Nein | Ja |
| Instandhaltungsrücklage | 1,5x Baukosten/80 Jahre | Nein | Ja |
| Kontoführung | 120-180€ | Nein | Ja |
| Mietausfallwagnis | 2-4% Jahreskaltmiete | Nein | Ja |
| Rechtsberatung | 300-500€ | Nein | Oft |
Eine realistische Renditeberechnung ist die Grundlage für jede erfolgreiche Investition. Nur wenn Sie alle nicht umlagefähigen Kosten, die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) und Ihre persönliche Steuerlast einbeziehen, erhalten Sie ein klares Bild vom wahren Potenzial Ihres Investments. Dies schützt Sie vor Enttäuschungen und sichert Ihren langfristigen Cashflow.
Wann Wohnimmobilie kaufen: Bei niedrigen Zinsen oder niedrigen Preisen?
Die Frage nach dem perfekten Timing beschäftigt jeden Investor. Soll man kaufen, wenn die Zinsen niedrig sind, die Preise aber hoch? Oder ist es besser, auf fallende Preise zu warten, auch wenn die Finanzierung dann teurer wird? Die Antwort ist: Es kommt auf die Balance und die Gesamtkosten an. Ein niedrigerer Kaufpreis kann den Effekt höherer Zinsen oft mehr als ausgleichen. Eine einfache Rechnung verdeutlicht dies: Ein um 10 % niedrigerer Kaufpreis reduziert die monatliche Belastung oft stärker als ein um 1 % niedrigerer Zinssatz.
Das aktuelle Marktumfeld in Deutschland bietet eine interessante Konstellation. Nach einer Phase extrem niedriger Zinsen und explodierender Preise hat sich der Markt stabilisiert. Die Bauzinsen bewegen sich auf einem moderateren Niveau, während die Preise in vielen Regionen leicht korrigiert haben oder stagnieren. Eine Marktanalyse von Dr. Klein für 2025 prognostiziert ein Zinsniveau zwischen 3 und 3,5 Prozent bei nur leichten Preissteigerungen von 1-3 Prozent. Für Käufer mit ausreichend Eigenkapital ist dies eine günstige Gelegenheit, da die Verhandlungsposition gegenüber Verkäufern deutlich besser ist als noch vor zwei Jahren.
Die strategische Entscheidung hängt davon ab, was Sie schwerer wiegen: die Zinskosten oder den Kapitaleinsatz.

Wie die Waage symbolisiert, geht es darum, ein Gleichgewicht zu finden. Anstatt auf den einen, perfekten Moment zu spekulieren, sollten sich Cashflow-orientierte Investoren auf die Qualität des Objekts und die Nachhaltigkeit der Kalkulation konzentrieren. Wenn Sie eine Immobilie finden, die auch bei aktuellen Zinsen einen positiven monatlichen Cashflow nach allen Kosten generiert, ist der Zeitpunkt richtig. Die Möglichkeit, die Finanzierung bei zukünftig fallenden Zinsen umzuschulden, bietet zusätzliche Flexibilität. Warten auf den „perfekten“ Markt ist oft eine verlorene Zeit, in der Sie bereits Mieteinnahmen hätten generieren können.
Wie Sie einen automatischen Sparplan einrichten, der ohne Willenskraft 500 € monatlich investiert?
Der Aufbau des notwendigen Eigenkapitals ist oft die größte Hürde beim Immobilienkauf. Disziplin und Willenskraft sind fehlbar, aber ein automatisiertes System ist es nicht. Der effektivste Weg, kontinuierlich Vermögen aufzubauen, ist, den Prozess von Ihren Emotionen und Ihrer täglichen Motivation abzukoppeln. Richten Sie ein System ein, das für Sie arbeitet, nicht gegen Sie. Das Ziel: Jeden Monat 500 € zu investieren, ohne darüber nachdenken zu müssen.
Der erste Schritt ist die strikte Trennung von Konsum- und Sparkonten. Eröffnen Sie ein separates Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank als Ihrem Girokonto. Dieser simple Trick erhöht die psychologische Hürde, das Ersparte für spontane Ausgaben anzuzapfen. Richten Sie direkt nach diesem Schritt einen Dauerauftrag ein. Legen Sie fest, dass am ersten oder zweiten Tag des Monats, direkt nach Gehaltseingang, der gewünschte Betrag von 500 € auf dieses separate Konto überwiesen wird. Sie investieren also, bevor Sie überhaupt die Chance haben, das Geld auszugeben – das „Pay yourself first“-Prinzip in seiner reinsten Form.
Um das Kapital nicht nur anzusparen, sondern es auch für Sie arbeiten zu lassen, können Sie parallel einen ETF-Sparplan aufsetzen. Ein breit gestreuter Welt-ETF (z.B. auf den MSCI World) bietet langfristig eine höhere Rendite als ein Tagesgeldkonto und schützt Ihr Vermögen vor Inflation. Ein Teil Ihrer Sparrate, z.B. 200 €, könnte so automatisiert in den Kapitalmarkt fließen, während der Rest als sicheres Eigenkapital für den Immobilienkauf wächst. Aktuelle Zinsentwicklungen, wie die Senkungen des EZB-Leitzinses, machen Immobilieninvestments wieder attraktiver. So zeigt die aktuelle Zinspolitik eine Einlagenfazilität, die Finanzierungen wieder günstiger macht und den Wert Ihrer Sparanstrengungen erhöht.
Wie Sie Ihr Vermögen auf 4 Assetklassen verteilen, die Inflation standhalten?
Ein strategischer Investor setzt niemals alles auf eine Karte. Auch wenn Wohnimmobilien eine hervorragende Basis für den Vermögensaufbau darstellen, ist eine kluge Diversifikation über verschiedene Anlageklassen hinweg der Schlüssel zur langfristigen Stabilität und zum Schutz vor Inflation. Das Ziel ist es, ein Portfolio zu schaffen, in dem die verschiedenen Bestandteile unterschiedlich auf Marktereignisse reagieren und sich gegenseitig ausbalancieren. Vier Kern-Assetklassen haben sich dabei als besonders widerstandsfähig erwiesen.
1. Wohnimmobilien in Deutschland: Wie bereits diskutiert, bieten sie einen exzellenten Inflationsschutz, insbesondere durch die Möglichkeit von Indexmietverträgen, die die Miete an die Inflationsrate koppeln. Der größte Vorteil ist die Möglichkeit des Fremdkapitalhebels (Leverage), der es Ihnen erlaubt, mit relativ geringem Eigenkapital einen großen Vermögenswert zu kontrollieren. Der Nachteil ist die geringe Liquidität – ein Verkauf ist zeit- und kostenintensiv.
2. Globale Aktien-ETFs: Sie stellen eine Beteiligung an der globalen Wirtschaft dar. Unternehmen können steigende Kosten an Kunden weitergeben, was einen natürlichen Inflationsschutz bietet. ETFs sind hochliquide und können täglich ge- und verkauft werden. Der Leverage-Effekt ist hier jedoch begrenzt und die Volatilität deutlich höher als bei Immobilien.
3. Physisches Gold: Gold gilt seit Jahrhunderten als der ultimative „sichere Hafen“ und Wertspeicher in Krisen- und Inflationszeiten. Es generiert keinen Cashflow, bietet aber eine exzellente Absicherung gegen Währungsrisiken und Systemkrisen. Es sollte als Versicherung und nicht als Renditebringer im Portfolio gesehen werden.
4. Tagesgeld/Festgeld (Liquiditätsreserve): Auch wenn es einen negativen Realzins in Inflationsphasen aufweist, ist eine Cash-Reserve unverzichtbar. Sie bietet maximale Sicherheit und Liquidität für unvorhergesehene Ausgaben (z.B. eine dringende Reparatur an der Immobilie) und ermöglicht es, Kaufgelegenheiten am Markt schnell wahrzunehmen. Der folgende Vergleich fasst die wesentlichen Eigenschaften zusammen.
| Assetklasse | Inflationsschutz | Leverage-Möglichkeit | Liquidität |
|---|---|---|---|
| Wohnimmobilien DE | Hoch (Indexmiete möglich) | Ja (bis 100% Finanzierung) | Niedrig |
| Globale Aktien-ETFs | Mittel-Hoch | Begrenzt | Hoch |
| Physisches Gold | Hoch | Nein | Mittel |
| Tagesgeld/Festgeld | Niedrig | Nein | Sehr hoch |
Das Wichtigste in Kürze
- Stabiler Netto-Cashflow ist wichtiger als eine hohe, aber theoretische Bruttorendite.
- Nicht umlagefähige Kosten wie Verwaltung und Instandhaltung müssen von Anfang an realistisch kalkuliert werden.
- B-Lagen bieten oft das beste Verhältnis aus moderaten Kaufpreisen, hoher Nachfrage und solider Rendite.
Wie Sie mit Gewerbeimmobilien 7-10% Rendite bei langfristigen Verträgen erzielen
Während Wohnimmobilien auf Stabilität und Sicherheit ausgelegt sind, locken Gewerbeimmobilien mit dem Versprechen höherer Renditen, die oft im Bereich von 7-10 % liegen. Dieser Sektor ist jedoch komplexer und erfordert ein höheres Maß an Expertise und Eigenkapital, typischerweise 30-40 % des Kaufpreises. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in der Auswahl krisenresistenter Nischen und der Sicherung bonitätsstarker Ankermieter mit sehr langen Vertragslaufzeiten von 10 Jahren oder mehr.
Besonders interessant sind Nischen, die von gesellschaftlichen Megatrends profitieren und weniger konjunkturabhängig sind. Dazu gehören Ärztehäuser, Logistikzentren und Pflegeimmobilien. Die Nachfrage in diesen Bereichen ist strukturell und nicht zyklisch. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Möglichkeit, die Umsatzsteuer zu optieren (§ 9 UStG). Vermietet man an einen vorsteuerabzugsberechtigten Mieter (z.B. eine Arztpraxis), kann man selbst die beim Kauf oder Bau gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen, was die Investitionskosten senkt.
Die Renditeberechnung bei Gewerbeimmobilien folgt eigenen Regeln. Eine wichtige Kennzahl ist der Mietpreismultiplikator (Kaufpreis / Jahresnettokaltmiete), der die Amortisationszeit anzeigt. Laut einer Analyse aus dem Jahr 2021 lag die deutschlandweite Mietrendite bei 3,89%, was verdeutlicht, dass höhere Renditen nur in spezifischen Segmenten und mit höherem Risiko zu erzielen sind. Im Vergleich dazu war der marktaktive Leerstand bei Wohnungen Ende 2022 mit nur 2,5% deutlich niedriger, was die höhere Sicherheit des Wohnsektors untermauert.
Für Investoren, die bereits ein solides Portfolio an Wohnimmobilien besitzen und eine höhere Risikobereitschaft mitbringen, kann eine gezielte Investition in eine Gewerbeimmobilie eine sinnvolle Ergänzung zur Diversifikation sein. Für Einsteiger, deren primäres Ziel ein sicheres, passives Einkommen ist, bleibt die Wohnimmobilie jedoch die klar überlegene Wahl.
Der Aufbau eines passiven Einkommens von 800-1.200 € ist kein Sprint, sondern ein strategischer Marathon. Der nächste logische Schritt ist daher eine präzise Kalkulation Ihres potenziellen Objekts unter Einbeziehung aller hier genannten Kostenpunkte, um eine realistische Netto-Cashflow-Prognose zu erstellen.