
Der größte Fehler bei der Karriereplanung ist, Skills zu lernen, die bereits im Hype sind; der strategische Vorteil liegt in der Antizipation der nächsten Welle.
- Der Markt für generische Skills wie „Data Science“ oder allgemeine KI-Kenntnisse zeigt in Deutschland bereits Sättigungstendenzen.
- Wahre Zukunftssicherheit entsteht durch eine Portfolio-Strategie, die in bewährte, aufstrebende und experimentelle Fähigkeiten diversifiziert.
Empfehlung: Analysieren Sie Frühindikatoren wie Patentanmeldungen und Investitionen in „Hidden Champions“, um die wirklich raren und wertvollen Kompetenzen von morgen zu identifizieren.
In einer sich rasant wandelnden Arbeitswelt stehen ambitionierte Berufstätige vor einer entscheidenden Frage: Welche Fähigkeit soll ich als Nächstes lernen, um meine Karriere zukunftssicher zu machen? Die Antwort scheint oft auf der Hand zu liegen. Unzählige Kurse, Bootcamps und Artikel preisen KI-Kenntnisse, Data Science und fortgeschrittene Programmierfähigkeiten als das Nonplusultra für die Jobs von morgen an. Man investiert Zeit und Geld, um auf den Zug aufzuspringen, nur um am Ende festzustellen, dass man einer von Hunderttausenden ist, die dieselbe Wette eingegangen sind.
Dieser reaktive Ansatz, auf bereits etablierte Trends zu reagieren, führt zwangsläufig in einen überfüllten Markt mit sinkender Rentabilität für die eigenen Fähigkeiten. Doch was wäre, wenn der wahre strategische Hebel nicht darin besteht, dem Hype zu folgen, sondern ihm vorauszueilen? Was, wenn die entscheidende Kompetenz nicht das Beherrschen eines bestimmten Tools ist, sondern die Fähigkeit, systematisch zu erkennen, welche Skills in drei bis fünf Jahren wirklich rar und damit wertvoll sein werden? Dieser Artikel bricht mit der traditionellen Logik der Weiterbildung. Statt Ihnen eine weitere Liste von Trend-Skills zu präsentieren, liefern wir Ihnen einen strategischen Rahmen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Signale des Marktes deuten, die Investitionsmuster deutscher „Hidden Champions“ als Frühwarnsystem nutzen und ein antifragiles Skill-Portfolio aufbauen, das Sie nicht nur vor Disruption schützt, sondern Sie als Gestalter der Zukunft positioniert.
Um diesen strategischen Ansatz zu meistern, werden wir die folgenden Kernbereiche detailliert beleuchten. Dieses Inhaltsverzeichnis dient Ihnen als Fahrplan, um von der reaktiven Weiterbildung zur proaktiven Kompetenzstrategie zu gelangen.
Inhaltsverzeichnis: Der strategische Weg zu den gefragtesten Skills von morgen
- Warum Sie Skills lernen, die schon 100.000 andere beherrschen statt rare Fähigkeiten?
- Wie Sie durch systematische Analyse herausfinden, welche Skills 2027 gefragt sein werden?
- Programmieren oder emotionale Intelligenz: Welche Skills sind KI-resistenter?
- Warum „Data Science lernen“ 2024 oft zu spät und übersättigt ist?
- Wann neue Skills lernen: 5 Jahre vor Massenmarkt oder bei ersten Jobangeboten?
- Warum 5 Frühindikatoren Ihnen zeigen, welche Branche in 5 Jahren explodiert?
- Wie Sie neue gesellschaftliche Trends 12 Monate früher als andere erkennen?
- Wie Sie sich gegen Automatisierung und Disruption employability-sicher aufstellen
Warum Sie Skills lernen, die schon 100.000 andere beherrschen statt rare Fähigkeiten?
Der Drang, auf den neuesten Technologie-Zug aufzuspringen, ist verständlich. Doch die Konzentration auf breit beworbene „Hype-Skills“ führt oft in eine strategische Sackgasse: den Commodity-Trap. Sobald eine Fähigkeit als „Must-have“ gilt, entsteht ein riesiger Markt an Bildungsangeboten, der Tausende von Absolventen mit identischen Profilen hervorbringt. Der Skill wird zur Massenware, und der individuelle Marktwert sinkt. Ein perfektes Beispiel ist der KI-Hype: Während die öffentliche Diskussion einen explosionsartigen Bedarf suggeriert, zeigt eine Analyse der Bertelsmann Stiftung von 60 Millionen Online-Stellenanzeigen, dass sich in Deutschland tatsächlich nur 1,5 % aller Anzeigen auf KI-Jobs beziehen. Der Hype ist der Realität weit voraus.
Im Gegensatz dazu verfolgen die erfolgreichsten deutschen Unternehmen, die sogenannten „Hidden Champions“, eine weitsichtigere Strategie. Sie investieren nicht nur reaktiv in die Digitalisierung, sondern gestalten aktiv neue Geschäftsmodelle. Der Digital Transformation Index zeigt, dass diese Branchenführer durchschnittlich 6,8 % ihres Umsatzes in digitale Technologien investieren – signifikant mehr als der Mittelstandsdurchschnitt von 4,1 %. Entscheidend ist jedoch, wohin dieses Geld fließt: 73 % dieser Investitionen zielen auf Geschäftsmodellinnovationen ab. Sie entwickeln sich vom reinen Produkthersteller zum datengetriebenen Lösungsanbieter oder etablieren digitale Ökosysteme. Die wirklich raren und gefragten Fähigkeiten entstehen genau an dieser Schnittstelle – nicht im Erlernen eines generischen Tools, sondern in der Anwendung dieses Tools zur Schaffung neuer Wertschöpfung. Wer hier ansetzt, entkommt der Commodity-Falle und positioniert sich mit echten Mangelkompetenzen.
Wie Sie durch systematische Analyse herausfinden, welche Skills 2027 gefragt sein werden?
Die Antizipation zukünftiger Skill-Anforderungen ist kein Kaffeesatzlesen, sondern eine systematische Disziplin. Anstatt sich auf populäre Listen wie die vom Stifterverband und McKinsey & Company identifizierten 21 branchenübergreifenden Future Skills zu verlassen, die einen guten, aber allgemeinen Überblick geben, erfordert eine präzise Strategie einen tieferen, triangulierten Analyseansatz. Dieser kombiniert verschiedene Datenströme, um Muster zu erkennen, lange bevor sie im Mainstream-Arbeitsmarkt ankommen.
Diese Methode stützt sich auf drei Säulen: die Analyse von Patentanmeldungen (Was wird technologisch möglich?), die Beobachtung von Venture-Capital-Finanzierungsrunden (Worauf wettet „smart money“?) und die Auswertung von Nischen-Stellenanzeigen (Welche neuen Rollen entstehen in innovativen Unternehmen?). Dieser Prozess ermöglicht es, den Fokus von schnell veraltenden, spezifischen Technologien auf langlebigere, transformative Kompetenzen zu lenken.

Ein entscheidendes Konzept in dieser Analyse ist die Kompetenz-Halbwertszeit – die Zeit, nach der eine Fähigkeit nur noch die Hälfte ihres ursprünglichen Wertes besitzt. Die Unterscheidung zwischen schnell verfallenden und langlebigen Skills ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Karriereentwicklung. Der folgende Überblick, basierend auf Analysen für den deutschen Markt, verdeutlicht die Dringlichkeit, in die richtigen Kategorien zu investieren.
Diese Tabelle zeigt die unterschiedliche Langlebigkeit von Kompetenzen und hilft bei der strategischen Priorisierung Ihrer Weiterbildungsinvestitionen.
| Skill-Kategorie | Durchschnittliche Halbwertszeit | Beispiel | Zukunftsprognose 2027 |
|---|---|---|---|
| Technologische Skills | 2-3 Jahre | Spezifische Programmierframeworks | Schneller Wandel erwartet |
| Digitale Grundkompetenzen | 5-7 Jahre | Data Literacy | Stabil, aber ausbaubedürftig |
| Klassische Kompetenzen | 10+ Jahre | Projektmanagement | Transformation zu agilen Methoden |
| Transformative Skills | Langfristig relevant | Systemdenken, Innovationskompetenz | Stark steigender Bedarf |
Programmieren oder emotionale Intelligenz: Welche Skills sind KI-resistenter?
Die Debatte „harte Tech-Skills versus weiche Soft-Skills“ ist überholt. Die Realität ist, dass Künstliche Intelligenz beide Bereiche transformiert. Die entscheidende Frage ist nicht mehr *ob* ein Skill durch KI beeinflusst wird, sondern *wie*. Man unterscheidet zwischen substituierender KI, die menschliche Tätigkeiten vollständig ersetzt, und komplementärer KI, die menschliche Fähigkeiten erweitert und produktiver macht. Der strategische Vorteil liegt darin, Kompetenzen zu entwickeln, die stark mit komplementärer KI synergieren und von substituierender KI kaum betroffen sind.
Reine Programmier- oder Datenanalysefähigkeiten werden zunehmend von KI-Tools wie Copilots unterstützt oder sogar teilweise automatisiert. Während dies die Einstiegshürden senkt, verringert es auch den Wert der reinen Ausführung. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt zwar, dass die Bruttostundenlöhne von KI-Beschäftigten durchschnittlich um 4 Prozent höher sind, doch der wahre Hebel liegt in der Kombination. Gefragt sind sogenannte „T-Shaped Professionals“, die eine tiefe Fachexpertise (der vertikale Balken des „T“) mit breiten, kollaborativen und kreativen Fähigkeiten (der horizontale Balken) verbinden. Diese Personen können KI-Tools nicht nur bedienen, sondern deren Ergebnisse kritisch hinterfragen, in einen größeren strategischen Kontext einbetten und die Resultate überzeugend kommunizieren.
Hier kommen transformative Kompetenzen wie emotionale Intelligenz, komplexes Problemlösen und Systemdenken ins Spiel. Diese sind per Definition schwer zu automatisieren, da sie Kontextverständnis, Empathie und originäre Urteilskraft erfordern. Wie eine Lokalisierungs-Spezialistin im Hostinger KI-Statistik Report treffend feststellt:
Berufe, die eine hohe emotionale Intelligenz oder komplexe Entscheidungen erfordern, sind weniger anfällig für die Automatisierung.
– Vera, Lokalisierungs-Spezialistin, Hostinger KI-Statistik Report 2025
Die KI-resistenteste Strategie ist also keine „Entweder-oder“-Entscheidung, sondern eine „Sowohl-als-auch“-Integration: Bauen Sie technische Kompetenzen so weit auf, dass Sie KI als Werkzeug meisterhaft einsetzen können, aber investieren Sie den Großteil Ihrer Energie in die übergeordneten, menschlichen Fähigkeiten, die die KI erst wertvoll machen.
Warum „Data Science lernen“ 2024 oft zu spät und übersättigt ist?
Vor einem Jahrzehnt war „Data Scientist“ der „sexiest job of the 21st century“. Heute gleicht der Einstieg in diesen Bereich zunehmend einem Goldrausch, bei dem die meisten Schürfer leer ausgehen. Der Markt für generische Data-Science-Fähigkeiten ist gesättigt. Während die Zahl der Online-Stellenanzeigen sich zwar zwischen 2019 und 2022 fast verdoppelt hat, stagniert der Anteil seit 2022. Das Angebot an qualifizierten Bewerbern, die aus unzähligen Bootcamps und Online-Kursen strömen, übersteigt an vielen Stellen bereits die Nachfrage nach generalistischen Profilen.
Der strategische Fehler liegt darin, „Data Science“ als Ziel zu sehen, anstatt als Werkzeug. Die Zukunft gehört nicht mehr denen, die lediglich Daten analysieren und Modelle bauen können. Die nächste Evolutionsstufe ist die Decision Intelligence. Hierbei geht es nicht mehr nur darum, aus Daten Erkenntnisse zu gewinnen (deskriptive und prädiktive Analytik), sondern darum, diese Erkenntnisse direkt in optimierte, oft automatisierte Geschäftsentscheidungen zu überführen (präskriptive Analytik). Es ist die Kunst, komplexe Systeme zu entwerfen, die aus Daten lernen und Handlungsempfehlungen geben oder Aktionen direkt auslösen.

Anstatt also einen weiteren Python-Kurs für Datenanalyse zu belegen, wäre die strategisch klügere Investition, sich mit den Prinzipien des Operations Research, der Kausalitätsanalyse (Causal Inference) oder der Modellierung von Geschäftsprozessen zu befassen. Gefragt sind nicht mehr nur die „Daten-Mechaniker“, sondern die „Entscheidungs-Architekten“ – Personen, die die Brücke zwischen technischer Datenanalyse und realer unternehmerischer Wertschöpfung schlagen können. Diese Nische ist weit weniger überlaufen und bietet ein erheblich höheres Wertschöpfungspotenzial, da sie direkt auf die Optimierung von Geschäftsergebnissen abzielt.
Wann neue Skills lernen: 5 Jahre vor Massenmarkt oder bei ersten Jobangeboten?
Die Frage nach dem perfekten Timing für das Erlernen einer neuen Fähigkeit ist zentral. Lernt man zu früh, investiert man möglicherweise in eine Sackgasse, die sich nie durchsetzt. Lernt man zu spät, landet man im gesättigten Massenmarkt. Die Lösung ist keine starre Regel, sondern eine dynamische Skill-Portfolio-Strategie, die an die Logik von Finanzinvestitionen angelehnt ist. Statt alles auf eine Karte zu setzen, diversifizieren Sie Ihre Lernzeit und -ressourcen auf verschiedene Risikoklassen.
Dieser Ansatz ermöglicht es, die eigene Employability auf einer soliden Basis abzusichern und gleichzeitig gezielte Wetten auf die Zukunft einzugehen. Die Schlüsselidee ist, nicht 100 % der Zeit in hochspekulative „Moonshot“-Skills zu investieren, sondern diese als kleinen, aber wichtigen Teil eines ausbalancierten Portfolios zu betrachten. Eine regelmäßige Überprüfung alle sechs Monate stellt sicher, dass das Portfolio an die Marktentwicklungen angepasst wird und Fähigkeiten von der experimentellen in die aufstrebende Kategorie überführt werden, sobald erste Signale der Nachfrage sichtbar werden.
Diese strategische Transformation ist genau das, was führende Köpfe im deutschen Mittelstand beobachten. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Simon, der den Begriff „Hidden Champions“ prägte, betont:
Hidden Champions befinden sich derzeit in einer wichtigen Phase der Transformation hin zu digitalen und nachhaltigen Geschäftsmodellen sowie einer globalen Neuaufstellung der Wertschöpfungsketten.
– Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Simon, Studie der Universität Trier 2024
Diese Transformationen sind die Brutstätten für die aufstrebenden und experimentellen Skills von morgen. Die Anwendung einer Portfolio-Strategie ist der effektivste Weg, um an diesen Entwicklungen teilzuhaben, ohne die eigene Karrieresicherheit zu gefährden.
Ihr Aktionsplan für die Skill-Portfolio-Strategie
- Basis-Portfolio (80 %): Investieren Sie den Großteil Ihrer Lernzeit in die Vertiefung und Aktualisierung Ihrer bewährten, aktuell stark nachgefragten Kernkompetenzen. Dies sichert Ihr Einkommen und Ihre unmittelbare Relevanz.
- Wachstums-Portfolio (15 %): Allokieren Sie einen Teil Ihrer Ressourcen für aufstrebende Skills, für die es bereits erste, aber noch wenige Jobangebote gibt. Beobachten Sie hierfür gezielt Stellenanzeigen von Innovationsführern.
- Zukunfts-Portfolio (5 %): Nutzen Sie einen kleinen Teil Ihrer Zeit für experimentelle „Moonshot“-Skills. Das sind Themen, die in Fachkonferenzen und Patentanmeldungen auftauchen, aber noch 5 Jahre vom Massenmarkt entfernt sind.
- Portfolio-Review: Überprüfen Sie Ihr Skill-Portfolio alle 6 Monate. Welche experimentellen Skills zeigen erste Marktsignale? Welche Kernkompetenzen müssen durch neue Methoden ergänzt werden?
- Ressourcen-Optimierung: Minimieren Sie das finanzielle Risiko, indem Sie gezielt Instrumente wie den gesetzlichen Bildungsurlaub oder die steuerliche Absetzbarkeit von Weiterbildungskosten in Deutschland nutzen.
Warum 5 Frühindikatoren Ihnen zeigen, welche Branche in 5 Jahren explodiert?
Um Ihr Skill-Portfolio strategisch zu füllen, müssen Sie lernen, die Zukunft zu „lesen“. Dies geschieht durch die systematische Beobachtung von Frühindikatoren – schwachen Signalen, die auf kommende massive Veränderungen hindeuten. Anstatt auf die Titelseiten von Wirtschaftsmagazinen zu warten, müssen Sie dorthin blicken, wo die Zukunft bereits heute gebaut wird. Ein einzigartiger Hotspot dafür ist das Ökosystem der deutschen „Hidden Champions“.
Deutschland ist Weltmarktführer bei diesen hochspezialisierten, oft unbekannten Unternehmen. Eine Studie hat allein in Nordrhein-Westfalen 690 dieser heimlichen Marktführer identifiziert, deutschlandweit sind es über 1.600. Diese Firmen sind Seismografen für zukünftige B2B-Trends. Ihre Investitionen, Forschungsschwerpunkte und neu geschaffenen Jobprofile sind die zuverlässigsten Indikatoren für die Skills, die in 3-5 Jahren im gesamten Markt gefragt sein werden. Hier sind fünf konkrete Frühindikatoren, auf die Sie achten sollten:
- Patentanmeldungen: Analysieren Sie die Datenbanken des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) oder des Europäischen Patentamts (EPA). Ein sprunghafter Anstieg von Anmeldungen in einer bestimmten Technologie-Nische ist ein starkes Signal. Ein exzellentes Beispiel hierfür ist die Wasserstoff-Technologie, wo fast 49 % der weltweiten Patentanmeldungen aus Deutschland kamen – ein Fakt, der der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt ist.
- Venture-Capital-Investitionen: Verfolgen Sie auf Plattformen wie `startbase.de`, in welche deutschen Start-ups „smart money“ fließt. Hohe Finanzierungsrunden in Bereichen wie Quantum Computing, Biotechnologie oder Green Tech deuten auf kommende Wachstumsbranchen hin.
- Forschungskooperationen: Beobachten Sie, welche neuen Institute an Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaften gegründet werden und welche Unternehmen diese Kooperationen finanzieren. Dies zeigt die langfristigen Forschungs- und Entwicklungs-Roadmaps der Industrie.
- Neue Jobtitel bei Innovatoren: Suchen Sie gezielt auf den Karriereseiten von Hidden Champions und Tech-Start-ups nach neuen, ungewöhnlichen Jobtiteln (z.B. „KI-Ethiker“, „Digital Twin Architect“, „Circular Economy Manager“). Diese Rollen sind die Vorboten zukünftiger Standardberufe.
- Änderungen in Lieferketten: Achten Sie auf Nachrichten über Unternehmen, die ihre Lieferketten fundamental umbauen (z.B. durch Reshoring, 3D-Druck-Implementierung oder neue Materialbeschaffung). Dies schafft völlig neue Bedarfe in Logistik, Materialwissenschaft und Prozessmanagement.
Wie Sie neue gesellschaftliche Trends 12 Monate früher als andere erkennen?
Neben den technologischen Frühindikatoren aus der Industrie sind gesellschaftliche Strömungen ein ebenso wichtiger Predictor für zukünftige Skill-Bedarfe. Neue Werte, Verhaltensweisen und Bedürfnisse schaffen neue Märkte und damit neue Jobs. Die Fähigkeit, diese Trends frühzeitig zu erkennen, ermöglicht es Ihnen, Ihr Skill-Portfolio nicht nur technisch, sondern auch kulturell relevant auszurichten. Der Schlüssel liegt darin, die Beobachtung von den Mainstream-Medien auf die „Ränder“ der Gesellschaft zu verlagern, wo Neues entsteht.
Die Geschwindigkeit der Veränderung ist enorm. So wird laut Servion Global Solutions erwartet, dass bis 2025 95 % der Kundeninteraktionen KI-gesteuert sein werden. Dieser technologische Wandel erzeugt jedoch auch Gegenbewegungen, wie den Wunsch nach authentischer menschlicher Interaktion, personalisierten Erlebnissen oder ethischer Transparenz. Wer diese dialektische Entwicklung versteht, kann die daraus entstehenden Nischen und Skill-Anforderungen antizipieren.
Hier sind praxisnahe Methoden, um gesellschaftliche Trends in Deutschland etwa 12 Monate vor dem Massenmarkt zu identifizieren:
- Monitoring von Nischen-Diskussionen: Analysieren Sie spezialisierte Subreddits (z.B. r/finanzen für neue Investment-Trends, r/grueneswohnen für Nachhaltigkeitstrends) und tiefgehende Diskussionen in deutschen Fachforen (z.B. im Bereich Handwerk, Gesundheit oder lokaler Initiativen).
- Semantische Analyse von Fachmedien: Achten Sie auf neue Begriffe, die in Branchen-Newslettern, auf Fachkonferenzen oder in Forschungspapieren gehäuft auftreten. Ein neues Wort signalisiert oft ein neues Konzept oder Problem.
- Beobachtung des urbanen Konsumverhaltens: Die Konsum- und Lebensstil-Trends in Vorreiter-Städten wie Berlin, Hamburg und München (z.B. neue Gastronomiekonzepte, Mobilitätslösungen, Einzelhandelsformate) diffundieren oft mit einer Verzögerung von 1-2 Jahren in den Rest des Landes.
- Analyse von Start-up-Gründungen (außerhalb der Tech-Bubble): Schauen Sie sich an, welche Arten von kleinen Unternehmen und Dienstleistungen in Bereichen wie persönliches Wohlbefinden, Bildung, lokale Versorgung oder Handwerk neu entstehen. Diese spiegeln oft direkte Reaktionen auf unbefriedigte gesellschaftliche Bedürfnisse wider.
Durch die Kombination dieser qualitativen Beobachtungsmethoden mit den harten Daten aus der Industrieanalyse erhalten Sie ein dreidimensionales Bild der Zukunft und können die gesellschaftliche Relevanz Ihrer Fähigkeiten proaktiv gestalten.
Das Wichtigste in Kürze
- Hören Sie auf, gehypten Skills nachzujagen; der wahre Wert liegt in raren Fähigkeiten, die noch nicht im Massenmarkt angekommen sind.
- Nutzen Sie eine Skill-Portfolio-Strategie (80/15/5), um Sicherheit und Zukunftschancen auszubalancieren.
- Analysieren Sie Frühindikatoren (Patente, VC-Geld, Nischen-Jobs), insbesondere im deutschen „Hidden Champion“-Ökosystem, um die Nachfrage von morgen zu antizipieren.
Wie Sie sich gegen Automatisierung und Disruption employability-sicher aufstellen
Die ultimative Zukunftssicherheit liegt nicht im Erlernen eines einzelnen, vermeintlich „sicheren“ Skills, sondern im Aufbau eines antifragilen Kompetenzprofils. Antifragilität, ein Konzept des Denkers Nassim Nicholas Taleb, beschreibt Systeme, die unter Stress, Volatilität und Disruption nicht nur bestehen, sondern sogar stärker werden. Übertragen auf Ihre Karriere bedeutet dies, ein Profil zu entwickeln, das von Veränderungen profitiert, anstatt von ihnen bedroht zu werden.
Ein Schlüsselelement dieser Antifragilität ist die Entkopplung von formalen Qualifikationen und tatsächlichen Fähigkeiten. KI und Automatisierung senken die Bedeutung von standardisiertem Wissen, das leicht abrufbar ist, und heben die Bedeutung einzigartiger, angewandter Kompetenzen hervor. Eine beeindruckende Statistik unterstreicht diesen Wandel: Eine Analyse für den deutschen Markt zeigt, dass im Jahr 2024 nur noch 41 Prozent der KI-beeinflussten Jobs einen Hochschulabschluss erforderten – vor fünf Jahren waren es noch 47 Prozent. Praktische Problemlösungsfähigkeit schlägt zunehmend den reinen Titel.

Ein antifragiles Profil kombiniert die in diesem Artikel beschriebenen Strategien: Es fußt auf einer soliden Basis (Ihr 80 %-Portfolio), wird durch gezielte Wetten auf die Zukunft ergänzt (Ihr 15 %- und 5 %-Portfolio) und wird durch die Metakompetenz der Früherkennung ständig neu justiert. Es zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, Wissen aus verschiedenen Domänen kreativ zu verknüpfen und KI als komplementäres Werkzeug zu nutzen, um menschliche Stärken wie Urteilskraft, Kreativität und strategisches Denken zu verstärken. Diese positive Sichtweise wird auch von Experten geteilt. Petra Raspels, EMEA Workforce Leader bei PwC Deutschland, betont das enorme Potenzial:
KI hat das Potenzial, mehr Arbeitsplätze zu schaffen, als sie verdrängt, wenn sie als Wegbereiter für neue Formen der Wirtschaftstätigkeit eingesetzt wird.
– Petra Raspels, EMEA Workforce Leader bei PwC Deutschland
Ihre Aufgabe ist es, sich als einer derjenigen zu positionieren, die diese neuen Wirtschaftsformen gestalten. Hören Sie auf, sich gegen die Zukunft zu versichern, und fangen Sie an, in Ihre Fähigkeit zu investieren, von ihr zu profitieren.
Der erste Schritt zur Umsetzung dieser Strategie beginnt jetzt. Beginnen Sie noch heute damit, Ihr eigenes Skill-Portfolio zu analysieren und die ersten Frühindikatoren in Ihrer Branche zu recherchieren, um Ihre Position für die Arbeitswelt von morgen proaktiv zu gestalten.